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Gesunder Schlaf – Was passiert während der verschiedenen Schlafphasen?

Dr. Hannes Wakonig

Letztes Update am Mai 29, 2020

Schlaf besteht aus verschiedenen Phasen, bei denen im Körper zahlreiche Verarbeitungsprozesse stattfinden. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Schlafstadien vor und erklären, was währenddessen passiert:


Während Sie schlafen, verarbeitet Ihr Gehirn alles, was am Tag erlebt und gelernt wurde. Neue Lernerfahrungen werden in der Nacht unbewusst noch einmal wiederholt, sortiert, geordnet und anschließend fest im Langzeitgedächtnis gespeichert. Auch unser Körper regeneriert sich im Schlaf. Schlafmangel und Schlafstörungen dagegen schwächen das Immunsystem und können zu Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, aber auch zu psychischen Problemen wie Depressionen und Angststörungen führen. Erholsamer, gesunder Schlaf ist gekennzeichnet durch die ungestörte Abfolge der verschiedenen Schlafstadien, in denen der Schläfer körperliche wie auch geistige Erholung erhält.

Es gibt fünf verschiedene Schlafstadien, die sich in der Nacht mehrmals wiederholen. Zur einfacheren Unterscheidung genügt die Differenzierung der folgenden drei Phasen, die zusammengenommen einen Schlafzyklus von etwa 90 Minuten ergeben. Man kann sich den Schlaf wie eine Art Treppe vorstellen. Jede Treppenstufe entspricht dabei einem Schlafstadium.


Leichtschlafphase

Das Leichtschlafstadium – auch oberflächlicher Schlaf genannt – beginnt unmittelbar nach dem Einschlafen. In der Abbildung ist dieser Abschnitt mit Phase 1 gekennzeichnet.

Dieses Leichtschlafstadium markiert den Beginn des Schlafs. Die Muskeln entspannen sich und die Übergangsphase zu den erholsamen Phasen des Schlafes beginnt. Rund die Hälfte der Schlafzeit verbringt der Mensch in der Einschlafphase sowie in der anschließenden Phase oberflächlichen Schlafes.

Früher ging die Schlafforschung davon aus, dass nur der Tiefschlaf und der REM-Schlaf für die Gedächtnisbildung wichtig sind. Inzwischen weiß man, dass auch der Leichtschlaf wichtig für das Lernen und das Verarbeiten von Informationen ist.


Tiefschlafphase

Nach einer Leichtschlafphase folgt die Phase des mitteltiefen Schlafes (in der Abbildung Phase 2), die wiederum zur Tiefschlafphase (in der Abbildung Phase 3 bzw. blau markiert) führt. Diese Tiefschlafphase wird auch als Non-REM-Phase bezeichnet, da in diesem Schlafstadium kaum Augenbewegung stattfindet. Der Körper schaltet sich langsam auf “Standby”: Die Körpertemperatur und der Blutdruck sinken, die Atemfrequenz und der Herzschlag verlangsamen sich.

Man spricht vom Tiefschlaf, da der Schläfer nun sehr schwer aufzuwecken ist. Diese Phase des Schlafes ist besonders ausschlaggebend für einen erholsamen Schlaf. Zu Beginn der Nacht haben die Schlafzyklen einen hohen Tiefschlaf-Anteil, der aber im Laufe der Nacht abnimmt. Auf die Tiefschlafphase folgt eine Phase leichteren Schlafs.


Traumschlafphase

Nach einer Leichtschlafphase fällt man in den sog. REM-Schlaf, d.h. in die Traumschlafphase. REM steht dabei für Rapid Eye Movement. Dieses Stadium ist durch schnelle Augenbewegungen unter den Lidern gekennzeichnet – daher der Name.

In dieser Phase ist das Nervensystem besonders aktiv. Es erschlaffen gleichzeitig sämtliche Muskeln. Das bekannte Muskel-Zucken, das häufig während der Einschlafphase auftritt, ist hier nicht mehr möglich. Obwohl in dieser Phase des Schlafes der Schläfer häufig träumt, ist er trotzdem leicht zu wecken.

Die Abfolge der Schlafphasen (Zyklus) wiederholt sich während des Schlafs immer wieder aufs Neue, verändert seinen Charakter aber im Lauf der Nacht. In der ersten Nachthälfte überwiegt der Tiefschlaf, während Sie in der zweiten Nachthälfte und in den frühen Morgenstunden mehr REM-Schlaf erleben. Die REM-Phasen nehmen also während des Schlafens zu. Ihr Anteil an der Gesamtschlafdauer beträgt insgesamt etwa 20 Prozent.

© Karin & Uwe Annas / Fotolia – Stefanie Fugmann / hoV

Schlafphasen und Schnarchen

Die Wissenschaft hat das Thema Schlafphasen und Schnarchen schon mehrfach aufgegriffen. Dabei ging es meist um die Frage, ob es Schlafphasen gibt, in denen Schnarchen häufiger / stärker auftritt als in anderen. Einfaches, d.h. nicht krankhaftes Schnarchen tritt in allen Phasen des Schlafs gleich häufig auf . Es gibt insoweit keine Unterschiede. Anders sieht die Situation bei schlafbezogenen Atmungsstörungen und insbesondere bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) aus. OSA tritt stärker während der REM-Phasen auf, da in dieser Phase die Muskulatur (und damit auch die Muskeln in den oberen Atemwegen) aufgrund neurologisch gesteuerter Beeinträchtigungen besonders stark erschlafft. Auch in der Tiefschlafphase tritt OSA häufig auf. Die auf die Atemaussetzer folgenden spontanen Weckreaktionen (arousals) reißen den betroffenen OSA-Schnarcher meist aus seiner Tiefschlaf-/REM-Phase und sorgen so dafür, dass der Betroffene zu wenig Schlafzeit in der Tiefschlafphase und der REM-Phase verbringt. Deshalb kann er sich in aller Regel im Schlaf nicht ausreichend regenerieren. Einige Mediziner sprechen daher sogar von einer eigenen “REM-bezogenen obstruktiven Schlafapnoe” , die im Verdacht steht eine gewichtige Rolle bei der Herausbildung Typ 2 Diabetes zu sein.

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Dr. Hannes Wakonig

Geschäftsführer

Hannes Wakonig kommt aus dem Bereich Marketing und Finance und hat vorher schon in der Medizintechnik gearbeitet. Er ist Mitgründer und Geschäftsführer von SomniShop (health.On Ventures GmbH) und AescuBrands.

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