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Rückenlage verhindern – eine effektive Hilfe gegen Schnarchen?

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am April 6, 2020

Eine weit verbreitete Ursache von Schnarchen ist, dass die Zunge im Schlaf in den Rachen sinkt. Dieses Problem tritt ausschließlich beim Schlaf in Rückenlage auf. Deswegen sollten Sie als Zungengrundschnarcher auf der Seite oder auf dem Bauch schlafen. Eine gute Hilfe bieten hier Positionstherapie-Geräte wie Schlafwesten oder Anti-Schnarch-Rucksäcke.  


Rückenlage verhindern – Hilfe nur bei Zungengrundschnarchen

Das Schnarchen in Rückenlage ist zumeist auf das Zungengrundschnarchen oder auch Zungenschnarchen zurückzuführen. Wenn die Muskulatur der Zunge erschlafft, sinkt der hintere Teil der Zunge – der Zungengrund – nach hinten in den Rachen. Schuld daran ist vor allem die Schwerkraft. Der Zungengrund verengt oder blockiert durch das Zurückrutschen dann die Atemwege. Der Atemluftstrom muss diese Engstellen jedoch passieren. Es kommt zu Verwirbelungen, die das umliegende Gewebe im Rachenraum zur Vibration bringen. Dadurch entsteht das altbekannte Schnarchgeräusch.

Nach Schätzungen des Mediziners Dr. Hartmut Grüger (Klinik für Schlafmedizin, Düsseldorf) ist die zurückfallende Zunge bei ungefähr 30 Prozent der Schnarcher Schuld am nächtlichen Grunzen.


Anti-Schnarch-Kissen, Schlafwesten oder Schnarchrucksäcke: viele Geräte, ein Ansatz

Abhilfe kann hier die Positionstherapie schaffen. Sie umfasst alle Produkte, die den Schlaf in Seiten- oder Bauchlage fördern. In Rückenlage wirkt nämlich die Schwerkraft, die den Zungengrund in Richtung Rachen zieht – in Seiten- oder Bauchlage eben nicht. Zu den Produkten der Positionstherapie zählen Anti-Schnarchkissen, Schnarchwesten oder Schnarchbandagen. Sie setzen da an, wo Sie sonst von Ihrem Partner angestoßen werden, damit Sie sich umdrehen. Nur wachen mit den Profi-Produkten weder Sie noch Ihr Bettpartner auf. Alle diese Produkte orientieren sich am Prinzip “Prinzessin auf der Erbse”. Sprich, man soll möglichst unbequem schlafen, wenn man auf der Erbse (in diesem Fall: dem Rückenteil) liegt.

Wichtig für Sie: Positionstherapie hilft ausschließlich bei Zungengrundschnarchen, d.h. wenn Sie nur dann schnarchen, wenn Sie auf dem Rücken liegen. Wenn Sie auch in Seitenlage schnarchen, dann ist die Positionstherapie für Sie ungeeignet. Wenn Sie mehr erfahren wollen, welches Produkt Ihnen hilft, dann machen Sie unseren Anti-Schnarch-Test. 

Auf einigen Websites kursieren Tipps zum Selbstmachen. Es heißt dort zum Beispiel, Sie könnten sich einen Tennisball in das Rückenteil Ihres Schlafanzugs nähen. Das klingt nicht nur verdammt unangenehm, sondern ist es auch! Vor allem bei Personen mit Rückenproblemen ist diese Methode nicht anzuraten. Außerdem besteht die Gefahr, dass man trotz eingenähtem Tennisball dennoch bequem auf dem Rücken schlafen kann. Denn der Schlafanzug ist in aller Regel nicht so hauteng geschnitten, dass die Stelle mit dem eingenähten Ball nicht verrutschen kann. Bei den Profiprodukten sieht die Situation anders aus. Sie verhindern das Ändern der Schlafposition ganz sanft, schmerzfrei und ohne, dass Sie geweckt werden. In das Rückenteil der Anti-Schnarch-Westen oder Schnarch-Rucksäcke ist ein Schaumstoffkeil oder Luftpolster eingearbeitet, womit verhindert wird, dass Sie sich auf den Rücken drehen.

Die Profi-Produkte können zudem durch diverse Bauch- und Brustgurte individuell an Ihren Körper angepasst werden. Die Gurte sind gepolstert, so dass sie bequem zu tragen sind und nicht in die Haut schneiden. Das Material ist so gewählt, dass es zu keinem Hitzestau kommt.

Mithilfe der Anti-Rückenlage-Produkte kann man auch sein Lagerungsverhalten im Schlaf gezielt ändern. Sie wirken dann wie ein Lagetraining. Werden die Bandagen, Westen oder Rucksäcke über mehrere Monate hinweg getragen, gewöhnt sich das Gehirn an den Schlaf in Seitenlage. So kann es sein, dass Patienten dann gar keinen Gürtel mehr benötigen, da sie sich an den Schlaf in Seitenlage gewöhnt haben und automatisch in dieser Position schlafen.

Auch in der Therapie von krankhaftem Schnarchen (obstruktive Schlafapnoe) hat die Positionstherapie ihren Platz. Bei positionsabhängigem OSAS, das heißt, wenn die Atemaussetzer durch das starke Zurücksinken des Zungengrundes in den Rachen ausgelöst werden, sind Rückenlageverhinderungsprodukte eine Therapiealternative.

© rogerphoto / Fotolia

Bei milder und mitttelschwerer OSAS haben diese Produkte denselben Effekt auf den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) wie die CPAP-Therapie. Die Anzahl der Atempausen-Ereignisse pro Stunde konnte auf weniger als fünf gesenkt werden. 

Wenngleich die Gurte, Westen und Rucksäcke gegen Schnarchen weiter verbreitet sind – auch Lagerungskissen und spezielle Seitenschläferkissen können gegen das Schnarchen helfen.

Diese Kissen haben in der Mitte eine Erhöhung (“sieht ein bisschen aus wie das Matterhorn”), durch die man ebenfalls nicht komfortabel in Rückenlage schlafen kann. Stattdessen rollt der Kopf im Schlaf automatisch auf die eine oder andere Seite ab, so dass man gezwungenermaßen in seitlicher Lage schläft. Die Kissen stützen den Kopf, entlasten den Nacken und sorgen dafür, dass man schnarchfrei bleibt.

Ein Seitenschläferkissen besteht aus komfortablem Memoryschaum und ist mit einem angenehmen, hautfreundlichen Bezug umhüllt.

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

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