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Schnarchen verhindern – was kann man gegen Schnarchen tun?

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am April 7, 2020

Es ist leider immer noch ein recht weit verbreiteter Irrglaube, dass es für das Schnarchen eine Universallösung gäbe. Dem ist aber nicht so! Mag sein, dass die einen auf Nasenspreizer schwören und andere von der Anti-Schnarch-Schiene überzeugt sind. Aber Produkte, die bei einem Betroffenen das Schnarchen verhindern, können bei dem nächsten völlig wirkungslos sein. Also, was kann man gegen Schnarchen tun? Man muss die Ursache für das eigene Schnarchen herausfinden! Dann ist der Weg zur Lösung nicht mehr weit. Erfahren Sie mehr über die vier großen Übeltäter beim Schnarchen nämlich Zunge, Mund, Nase und schlaffes Rachengewebe.


Bezogen auf die einzelnen Ursachen für Schnarchen sieht das dann so aus:


Schnarchen und die Ursachen: oft ist es die Zunge

Was genau läuft falsch?

Die Zunge kommt beim Thema Schnarchen immer dann ins Spiel, wenn man in Rückenlage schläft. Das Schnarchen in Rückenlage wird in den meisten Fällen durch die Zunge ausgelöst und nennt sich daher Zungengrundschnarchen oder auch Zungenschnarchen. Ungefähr 30 Prozent aller Schnarcher sind von dieser Schnarchform betroffen, so die Schätzung von Dr. Hartmut Grüger (Schlafmediziner, Düsseldorf).

Schuld daran ist die Schwerkraft, also simple Physik. Wenn beim Schlaf in Rückenlage der Zungenmuskel erschlafft, sinkt der hintere Teil der Zunge (“Zungengrund”) nach hinten in den Rachen und verengt oder blockiert dort die Atemwege. Beim Ein- und Ausatmen muss die Atemluft aber diese Engstelle passieren. Es kommt an der Stelle zu Luftverwirbelungen und die Atemluft wird beschleunigt. Die Wirbel bringen das umliegende Gewebe zum Vibrieren und produzieren das Schnarchgeräusch.


Bildlich vergleichen kann man Zungengrundschnarchen am Ehesten mit einer Lawine, die einen Tunneleingang verschüttet. Der schlaffe Zungenmuskel ist die Lawine, die sich über die Atemwege (“Tunnel”) legt. Wenn die Atemwege („der Tunneleingang“) teilweise verschüttet sind, kann nur noch wenig Luft durch die Öffnung strömen.

Wenn die Atemwege vollständig verschüttet sind, kann gar keine Luft mehr zirkulieren. Dies ist beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSA) der Fall, für das das Zungenschnarchen oft die Ursache ist.

Auch anatomische Besonderheiten können auf Zungenschnarchen hindeuten, beispielsweise ein zurückgesetztes Kinn (“Fliehkinn”) oder eine sehr voluminöse Zunge. Letzteres ist allerdings nur in sehr seltenen Fällen an den Geräuschen Schuld. Schätzungen gehen von ca. 2 Prozent der Schnarcher aus.

Beim Fliehkinn hat die Zunge zumeist Normalgröße, findet aber einfach zu wenig Platz im Unterkieferbogen und lagert deshalb insgesamt weiter hinten. So ragt sie in die Atemwege. Eine voluminöse Zunge ist vielfach auf Gewebevergrößerungen im Zungengrund zurückzuführen, etwa durch Zungenmandeln. Hören Sie doch mal rein , wie das klingt.


Wie kann man Schnarchen verhindern, wenn die Zunge der Übeltäter ist?

Wer nachts auf der Seite schläft oder auf dem Bauch liegt, dem kann das Zungenschnarchen nichts anhaben. Hier wirkt – anders als in Rückenlage – keine Schwerkraft, die die Zunge in den Rachen zieht. Können Sie sich nicht von alleine daran gewöhnen, eine schnarchfreie Schlafposition einzunehmen, helfen Rückenlageverhinderungs-Produkte wie Seitenschläferkissen, Rückenlageverhinderungswesten oder Schlafgürtel und -rucksäcke.

Auch eine Schnarchschiene – bzw. Unterkieferprotrusionsschiene – setzt beim Problem Zungenschnarchen an. Sie wird nachts in den Mund gesetzt und schiebt den Unterkiefer sanft nach vorne. Die Muskulatur im Unterkiefer wird so leicht unter Spannung versetzt und bewirkt, dass die Zunge nicht in den Rachen fällt. Damit lässt sich ebenfalls effektiv Schnarchen verhindern.


Schnarchen und die Ursachen: am Häufigsten ist es der Mund

Was genau läuft falsch?

Der häufigste Schnarchauslöser sind Gewebevibrationen an der Schlundenge. Sie sind bei über 40 Prozent der Schnarcher (nach einigen Studien liegt der Anteil sogar noch deutlich höher ) alleine schuld an den nächtlichen Geräuschen, in vielen weiteren Fällen in Kombination mit anderen Schnarchursachen. Mundschnarchen tritt ausschließlich bei Mundatmung auf, das heißt, wenn man im Schlaf durch den geöffneten Mund ein- und ausatmet.

Die Schlundenge ist der Übergangsbereich von der Mundhöhle in den Rachen. Wie der Name bereits andeutet, ist dieser Übergang anatomisch betrachtet eine enge Stelle. Trotzdem muss der Atemluftstrom diese Stelle passieren, wenn Sie durch den Mund atmen.

Wenn Gewebestrukturen wie vergrößerte Gaumenmandeln (Tonsillen), ein langer, tief stehender und schlaffer Weichgaumen (sog. “Webbing”), ein langes und breites, erschlafftes oder vergrößertes Gaumensegel (Uvula) oder Fetteinlagerungen diesen Bereich zusätzlich verengen, kommt es zu Atemluftverwirbelungen und Vibrationen und damit zum Schnarchen. Hören Sie doch mal, wie das Schnarchen klingt , wenn die Gaumentonsillen vergrößert sind.

Haben Gaumen und Gaumensegel eine normale Form und Größe, kann es trotzdem zu einer Engstellenbildung kommen – und zwar wenn der Zungenboden und damit auch die Zunge erhöht sind (“höher stehen”). Der Übergang vom Gaumen in den Rachen ist dann von unten her verengt.

Insbesondere bei Kindern kommen als Ursache für das Schnarchen häufig noch Polypen dazu. Das sind gutartige Neubildungen der Schleimhaut, die die Schlundenge zusätzlich einengen können.


Doch das Mundschnarchen kann auch auftreten, wenn es keine Engstelle am Gaumen bzw. im Schlundrachen gibt. Das ist der Fall, wenn das Gewebe des Gaumenbogens (insbes. das Gaumensegel) oder das Gewebe in seinem Nahbereich keine ausreichende Spannung mehr aufweist (sog. Tonus). Die vorbeiströmende Atemluft versetzt es dann leicht in Vibrationen.

Dieses Phänomen tritt besonders häufig bei einem schlaffen Gaumensegel oder Gaumenzäpfchen auf (Auslöser kann eine Gewebeschwäche sein, es kann aber auch ausreichen, dass man Alkohol getrunken hat und das Gewebe im Gaumensegel im Schlaf besonders stark erschlafft).

Man kann es sich bildlich vorstellen, wie ein flatterndes Segel im Wind. Hören Sie doch mal rein , wie das klingt!


Was kann man gegen Schnarchen tun, wenn es im Mundraum entseht?

Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass die Mundatmung nicht die natürliche Form der menschlichen Atmung ist. Die natürliche (“physiologische”) Atmung ist vielmehr die Nasenatmung. Wenn Sie nachts durch den Mund anstatt durch die Nase atmen, ist das ein Indiz dafür, dass Ihre Nasenatmung nicht hinreichend funktioniert. In diesem Fall sollten Sie als Erstes die Nasenatmung verbessern bzw. überhaupt erst ermöglichen – etwa durch einen Nasenspreizer oder aber indem Sie die Nasenatemwege operativ freimachen lassen.

Atmen Sie dennoch weiter (unbewusst) durch den Mund, obwohl die Nase frei ist, dann ist ein Anti-Schnarch Mundstück bzw. eine Mundvorhofplatte die richtige Wahl. Es blockiert die Mundatmung und sorgt dafür, dass der Mund während der Nacht geschlossen ist und Sie effektiv Schnarchen verhindern. Eine Alternative zum Mundstück wäre ein Kinnband, das den Mund von außen geschlossen hält. Allerdings ist diese Art der Mundatembarriere nicht für Bartträger oder Menschen mit sensibler Gesichtshaut geeignet, da der Stoff des Kinnbandes manchmal an der Gesichtshaut als störend empfunden wird.


Schnarchen und die Ursachen: die Nase ist fast immer mitbeteiligt

Was genau läuft falsch?

Die Nase kann in zweierlei Hinsicht Auslöser für grunzende Geräusche in der Nacht sein: Sie kann sowohl Nasenschnarchen als auch Mundschnarchen verursachen.


Wenn die Nase zu “echtem Nasenschnarchen” führt:

Ist die Nase verengt oder verlegt, steigt der Atemwegswiderstand. Es bildet sich ein Unterdruck in den oberen Atemwegen. Das Gewebe zieht sich im gesamten Bereich der Atemwege zusammen und es bilden sich Engstellen, an denen es zu Luftverwirbelungen und Schwingungen kommt.

Sie lösen das Schnarchgeräusch aus. Diese Form des Schnarchens “sitzt” in in zahlreichen Fällen dann im unteren Bereich des sogenannten Nasenrachens bzw. an der zum Rachen gewandten Seite des Gaumenbogens. Es wird dann bisweilen auch als “retrovelares Schnarchen” bezeichnet. Diese Gewebebereiche lassen sich am Besten mit einer Anti-Schnarchspange stabilisieren und so das Schnarchen verhindern.

Am Besten vergleichen lässt sich das Nasenschnarchen mit einem pfeifenden Teekessel. Bei diesem muss Luft durch eine Engstelle entweichen. Beim Schnarchen wird es durch Unterdruck durch eine Engstelle “gezogen”. Die Verwirbelungen und Schwingungen vernehmen wir als Knattern/Schnarchen.

Wenn die Nase Mundschnarchen auslöst oder begünstigt:

Ist die Nasenatmung beeinträchtigt, kann das aber auch Mundschnarchen auslösen. Diese typische Kettenreaktion haben wir beim Mundschnarchen schon erklärt: Der Körper bekommt durch die Nase nicht genug Luft. Das Gehirn stellt automatisch auf Mundatmung um und bei entsprechender Veranlagung (schlaffes Gewebe im Bereich des Gaumens) kommt es zum Mundschnarchen.

Diesen “Klassiker” kennt wahrscheinlich jeder nur zu gut: Erinnern Sie sich nur mal an Ihre letzte Nacht mit Schnupfen!

Wo auch immer das Schnarchen im Endeffekt entsteht – wesentliche Grundvoraussetzung für die nächtliche Ruhe ist es also, eine freie Nasenatmung zu schaffen. Alleine dadurch bessert sich das Schnarchen schon bei rund 40 Prozent der behandelten Patienten, schätzt Dr. Robert Pavelka (Facharzt für HNO-Heilkunde).


Was kann man gegen Schnarchen machen, wenn es in der Nase entsteht?

Die Gründe für eine beeinträchtigte Nasenatmung können vorübergehend oder dauerhaft sein. Temporäre Probleme mit der Nasenatmung treten zumeist als Folge eines klassischen Schnupfens auf – in Form von Schleimhautschwellungen oder -entzündungen. Auch allergische Reaktionen gegen Tierhaare, Pollen oder Hausstaub gehören hier dazu. Helfen können Nasenspreizer, da sie die Nasenöffnung weiten und so den Luftstrom durch die Nase verbessern. Für Allergiker gibt es besondere Nasenspreizer mit eingebautem Luftfilter.

Ist die Nasenatmung hingegen dauerhaft beeinträchtigt, muss man sich die Anatomie der Nase näher ansehen. Die “üblichen Verdächtigen” sind in diesem Fall Polypen, vergrößerte Nasenmuscheln oder eine schiefe Nasenscheidewand. Hier hilft oft nur ein chirurgischer Eingriff. Allerdings sollte ein erfahrener HNO-Arzt abklären, ob dieser Schritt sinnvoll ist und wirklich die erhoffte Abhilfe schafft, d.h. das Schnarchen verhindern kann.


Schnarchen und die Ursachen: erschlafftes Gewebe im Rachen

Was genau läuft falsch?

Schlaffes Gewebe im Rachenraum ist nur sehr selten die Ursache für einfaches, nicht krankhaftes Schnarchen. Es tritt auf, wenn die Gewebespannung (Tonus) in den Rachenseitenwänden schwach ist und sich die Wände beim Ansaugen der Atemluft zusammenziehen. Die Gewebeschwäche kann im gesamten Bereich des Mundrachens (Oropharynx) und Schlundrachens (Hypopharynx) auftreten. Hören Sie doch mal rein , wie Sie sich bei dieser Schnarchform anhören!

Rachenschnarchen ist zwar für einfaches Schnarchen nur sehr selten die Ursache, für krankhaftes Schnarchen (obstruktive Schlafapnoe) hingegen ist es mit die häufigste Ursache. Die nicht lagebedingten Schlafapnoen, die mit 65 Prozent die häufigste Form von OSAS sind, können nämlich nahezu ausschließlich auf die Gewebeschwäche in den Atemwegen zurückgeführt werden (in vielen Fällen ausgelöst durch starkes Übergewicht, sog. Adipositas). Etwas pointiert formuliert bleibt Rachenschnarchen nur selten harmlos – wenn es auftritt, dann führt die Gewebeschwäche in den Atemwegen zumeist nicht nur zu Gewebeflattern sondern direkt zum teilweisen oder vollständigen Blockieren der Atemwege und damit zu Schlafapnoen.

Bildlich vergleichen kann man Rachenschnarchen gut mit einem Staubsaugerschlauch. Hat sich ein Hindernis in der Ansaugdüse verfangen (= ist die Atmung durch die Nase beeinträchtigt), so zieht sich der Staubsaugerschlauch zusammen (= verengt sich der Atemweg) und es kommt zu lustigen Geräuschen in dem Schlauch (= man schnarcht).


Welche Schnarchstopper gibt es für das Rachenschnarchen?

Eines der Hauptprobleme von Rachenschnarchen ist der Unterdruck in den oberen Atemwegen. Ausgelöst wird er durch Engstellen in der Nase. Also, was kann man gegen Schnarchen tun, wenn die Nase mitbeteiligt ist? – Sie sollten als Erstes sicherstellen, dass die Nasenatmung frei ist. Entweder durch einen Nasenspreizer oder – bei dauerhaften Problemen – durch einen operativen Eingriff (Polypenentfernung, Nasenmuscheln verkleinern, Nasenscheidewand begradigen…)

Liegt das schlaffe Gewebe im oberen Bereich des Mundrachens (quasi “hinter dem Mund”), so kann eine spezielle Spangentherapie (RonchAP) Abhilfe schaffen. Sie versetzt das Gewebe leicht unter Spannung und reduziert seine Vibrationsneigung. Sitzt das Gewebeproblem tiefer im Schlundrachen, d.h. in der Nähe des Kehlkopfes, so dürfte das Rachenschnarchen vielfach mit einem teilweisen bzw. vollständigen Verschließen der Atemwege einhergehen. In milden bis mittelschweren Fällen dieser Schlafapnoe kann dann (nach empfohlener ärztlicher Abklärung) eine EPAP-Therapie Abhilfe schaffen, d.h. ein Nasenventil von Provent oder Theravent. Bei schweren Verlaufsformen ist die CPAP-Therapie das Mittel der Wahl.

Schließlich kann auch gezieltes Training des Rachengewebes die Situation verbessern, das Gewebe straffen und Schnarchen verhindern bzw. reduzieren.


Fazit

Kurz gesagt wird Schnarchen durch folgende Probleme verursacht: eine eingeschränkte Nasenatmung (mit einer starken Unterdruckbildung in den oberen Atemwegen als Folge), eine verstärkte Atmung durch den Mund oder die Abnahme der Muskel- und Gewebespannung im Mund- und Rachenbereich. In den allermeisten Fällen ist es allerdings gerade das Zusammenspiel dieser drei Faktoren, das das Schnarchen auslöst. Als Entstehungsort des Schnarchens kommen deshalb alle Engstellen der oberen Atemwege in Frage.

Zungenschnarcher-Test

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

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