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Schnarchen bei Kindern – was tun?

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am Juli 30, 2020

Schnarchen bei Kindern ist ein recht häufiges Phänomen. Studien haben gezeigt, dass etwa die Hälfte aller Kinder gelegentlich schnarcht. Der Schlaf der Kleinen ist dadurch weniger erholsam und kann einige Negativfolgen mit sich führen. Außerdem schnarchen Kinder oft aus anderen Gründen als Erwachsene. Wir sagen Ihnen, wie Sie bei Ihren Kleinen Schnarchen verhindern können bzw. was Sie sonst noch tun können.


Studien haben gezeigt, dass rund die Hälfte aller Kinder gelegentlich und etwa 9% jede Nacht schnarchen. Selbst unter Säuglingen kommt es bei ca. 6% zum nächtlichen Schnarchen. Anders als bei Erwachsenen ist Schnarchen bei Kindern aber immer ein Indiz für eine Unregelmäßigkeit, die medizinisch abgeklärt werden sollte.

In vielen Fällen sind Polypen in den Nasenatemwegen für das Schnarchen verantwortlich – das Kind bekommt schlecht Luft durch die Nase, stellt unbewusst auf die Mundatmung um und schnarcht fortan. Häufig ist die Ursache auch bei vergrößerten Rachenmandeln zu suchen. Sie verengen die Atemwege und können so auch Schnarchen auslösen. Bleiben diese Ursachen unbehandelt, kann dies auf Dauer zu ernsthaften Gesundheitsbeschwerden führen.

In Extremfällen können über Jahre fehlgeleiteten Luftströme zu Wachstumsstörungen der Naseneingänge und der Mundhöhle führen und so den Grundstein für eine krankhafte obstruktive Schlafapnoe (OSA) im Erwachsenenalter legen. Dass obstruktive Schlafapnoe bei Kindern im Kleinkindalter auftritt, ist hingegen selten. Der Maßstab liegt hier aber viel niedriger als bei Erwachsenen: Bei Kindern sind schon zwei Atemaussetzer pro Stunde zu viel!


Schlaf Kindlein, schlaf!

Jeder Mensch braucht Schlaf. In den ersten Entwicklungsphasen von Babys ist Schlaf sogar die mitunter wichtigste Aktivität des Gehirns. Die Schlafzyklen sind bei Neugeborenen noch sehr unregelmäßig, aber trotzdem wichtig für die Verarbeitung des Erlebten. Deshalb schlafen Neugeborene auch zwischen 10,5 und 18 Stunden pro Tag!

Damit wird auch klar, dass es bei Kleinkindern besonders wichtig ist, dass dieser Schlaf auch erholsam ist. Ist das nicht der Fall, etwa weil das Kind nicht nur schnarcht, sondern dabei auch schlecht Luft bekommt, besteht die Gefahr, dass es nicht optimal mit Sauerstoff versorgt wird. Der Schlaf hat nicht die Erholungsqualität, die das Kind benötigt und kann seine körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen. Die Folgen können vielfältig sein und reichen von Untergewicht (weil das Kind im Schlaf gegen erhöhte Widerstände anatmen muss und dabei viel Energie verbraucht) bis zu Konzentrationsstörungen (weil der Schlaf gestört ist und das Kind übermüdet ist). Letzteres kann sich schnell auf die Leistungen in der Schule auswirken. Der Anteil der Kinder mit schlechten Schulleistungen ist unter den Schnarchern (ca. 30%) fast doppelt so hoch wie unter Nicht-Schnarchern (ca. 16%).

Da sich in den jungen Jahren das Gehirn noch in der Entwicklung befindet, kann es durch den nächtlichen Sauerstoffmangel vor allem bei Apnoeikern zu Lern- und Entwicklungsverzögerungen kommen.


Warum Kinder schnarchen – Ursachen

Polypen

Die Ursachen warum Kinder schnarchen sind meist in der Anatomie der oberen Atemwege zu finden. Ein häufiger Grund für Schnarchen bei Kindern sind Polypen der Nase. Dies sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, durch die der Luftweg durch die Nase eingeengt wird. Diese können jedoch durch einen kleinen Eingriff leicht abgetragen werden.

Kleine Kinder, große Mandeln

In der frühen Kindheit nimmt das Immunsystem des Körpers seine Arbeit auf. Eine wichtige Station zur Abwehr von Erregern, die durch Mund oder Nase in den Körper gelangen, ist der lymphatische Rachenring. Dieser wird gebildet aus Gaumen-, Rachen- und Zungenmandeln. Besonders in der Kindheit kann es zu einer Vergrößerung der Rachen- oder Gaumenmandel kommen. Man spricht dann von Hyperplasie. Dadurch werden die Atemwege eingeengt und es kommt vermehrt zum Schnarchen. Liegt eine solche Mandelhyperplasie vor, sollten die betroffenen Mandeln operativ entfernt werden.

Übergewicht

Begünstigt wird die Entwicklung des Schnarchens von Übergewicht, weil sich dann auch mehr Fett im Gewebe des Rachens einlagert und dadurch die Atemwege zusätzlich enger werden.

Rauchen

Auch unter passiv rauchenden Kindern ist der Anteil an Schnarchern höher. Rauchen schädigt die Schleimhäute in Mund- und Rachenraum. Entzündungen und Schwellungen können auftreten. Auch das beeinträchtigt die Atmung negativ und erhöht das Schnarchrisiko.


Ein Besuch beim Kinderarzt

Wenn Ihnen auffällt, dass Ihr Kind häufig schnarcht, sollten Sie das beim nächsten Arztbesuch ansprechen. Er kann Ihr Kind untersuchen und gegebenenfalls zum HNO-Arzt überweisen, der die erforderliche Therapie einleitet. Routinemäßig sollte in den Vorsorgeuntersuchungen Ihres Kindes dieses Thema auch behandelt werden. Fragen Sie daher nach, sollten typische Symptome bislang noch nicht angesprochen worden sein. Viele bekannte Probleme wie Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität, Tages-müdigkeit könnten auf Schnarchen bei Kindern (und im Extremfall auf Schlafapnoe bei Kindern) zurückzuführen sein.

Medical Peer Review durch Dr. med. dent. Christine Will, Zahnärztin in der anerkannten Nürnberger Praxis für Implantologie und Zahngesundheit alius. Zu ihrem Behandlungsspektrum gehört insbesondere die Schnarchtherapie.

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

Veröffentlicht am

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