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Folgen von Schnarchen – vom schlaflosen Bettpartner bis zu Mundgeruch

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am April 6, 2020

Das Schnarchen ohne Atemaussetzer gilt unter vielen Medizinern als harmlos. Braucht man dann für dieses einfache Schnarchen Hilfsmittel wie Schnarchschienen, Mundstücke oder Nasenspreizer nicht? So trivial ist das einfache Schnarchen leider nicht. Denn jede Form von Schnarchen ist zunächst einmal ein Zeichen dafür, dass das Atemverhalten gestört ist – und das sollte generell nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Folgen von Schnarchen sind weit gefächert: von Mundgeruch über den schlaflosen Bettpartner bis hin zu dem möglichen Verdacht, dass Schnarchen Schlaganfall Risiken erhöhen kann. 


Definitionssache

In der Medizin unterscheidet man zwei Formen des Schnarchens: Das einfache Schnarchen und das krankhafte Schnarchen.

Das einfache Schnarchen wird auch als primäres oder habituelles Schnarchen bezeichnet. Es kann entweder gelegentlich auftreten, oder aber auch zu einem ständigen nächtlichen Begleiter werden


Nicht krankhaft, aber auch nicht gesund

Die “einfache” Form betrifft die Mehrheit der Schnarcher und ist medizinisch betrachtet zunächst harmlos. Denn das was bei der Einteilung in krankhaft oder nicht-krankhaft zählt, ist die Sauerstoffversorgung des Körpers und die Kreislaufregulation während der Atmung im Schlaf. Beim einfachen Schnarchen gibt es diesbezüglich keine Probleme. Es kommt zu keinen Atemaussetzern in der Nacht und der Körper wird ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Ganz schön anstrengend das Einatmen!

Trotzdem kann das Leben als habitueller Schnarcher mit einigen Beschwerdebildern einhergehen. Zuallererst sind als Folgen von Schnarchen hier Atembeeinträchtigungen zu nennen. Beispielsweise, wenn der Körper wegen einer Engstelle oder wegen Hindernissen in der Nase gegen einen Widerstand anatmen muss und man deshalb zu Schnarchen beginnt (sogenanntes Nasenschnarchen). Ist der Widerstand zu groß oder ist die Nasenatmung dauerhaft beeinträchtigt, stellt der Körper unweigerlich von der natürlichen, gesunden Nasenatmung auf die Mundatmung um. Als Folge beginnen viele Betroffene dann durch den Mund zu schnarchen (sogenanntes Mundschnarchen).

Eine andere Form der Atembeeinträchtigung tritt auf, wenn die Zunge im Schlaf nach hinten in den Rachen sinkt und die Atemwege verengt (sogenanntes Zungengrundschnarchen). Der Betroffene bekommt noch genug Luft, um seinen Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Allerdings atmet er dabei schon gegen einen deutlichen Widerstand an – mit der Folge, dass er im Schlaf mehr Energie aufwenden muss und nicht mehr optimal erholt aufwacht.


Mundgeruch und Schnarchen – Zwei wie Pech und Schwefel

Weitere Folgen von Schnarchen zeigen sich zumeist im Mundraum. Fakt ist, dass Schnarchen Mundgeruch verursacht – ausgelöst durch zu trockene Schleimhäute, etwa weil der Mund im Schlaf beim Schnarchen aufgeht. Das Gefühl ist vergleichbar mit einem Schnupfen – jeder kennt das unangenehme Gefühl bei einer Erkältung morgens aufzuwachen und einen staubtrockenen Mund zu haben, aus dem es zusätzlich noch so richtig stinkt.

Ein trockener Mund – genauer gesagt trockene Schleimhäute im Mund – können zu folgenden Problemen führen:

  • Mundtrockenheit
  • Beläge auf der Zunge und im Mundraum
  • Mundgeruch
  • Schluckbeschwerden
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Infekte der Atemwege und Mandelentzündungen
  • Karies
  • Negative Beeinflussung der Verdauung

Gut zu wissen

Für die Einordnung, ob ein Schnarchen “einfach” oder “krankhaft” ist, kommt es also im Ergebnis ganz zentral darauf an, wie groß der Widerstand ist, gegen den der Betroffene anatmen muss. Als grobe Daumenregel kann man sagen: Je mühsamer das Atmen im Schlaf wird, desto näher ist der Schnarcher an der Schlafapnoe dran. Gehen die Widerstände so weit, dass sie zu Atemaussetzern führen, liegt klar eine obstruktive Schlafapnoe (OSAS) vor.

Bleibt die Atmung auch trotz großer Widerstände (Engstellen) zu jedem Zeitpunkt aufrecht, ohne dass es zu Atemaussetzern kommt, so liegt in aller Regel ein sogenanntes UARS-Schnarchen vor (UARS – Upper Airways Resistance Syndrom, zu Deutsch Widerstandssyndrom der oberen Atemwege). Die medizinische Einordnung dieser Schnarchform ist bis heute uneinheitlich. Zumeist siedelt man UARS aber genau zwischen einfachem, “harmlosem” Schnarchen und krankhaftem Schnarchen an.

Wie kommt es, dass ein trockener Mund zu diesen Problemen führt? Ausgetrocknete Schleimhäute sind anfälliger für Krankheitserreger. Entzündungen entstehen. Außerdem verändert sich die Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle, der sogenannten Mundflora. Fäulnisbakterien gewinnen die Herrschaft über Ihren Mund und das geht mit unangenehmen Gerüchen einher.


Im Sägewerk hat noch niemand gut geschlafen

Die schnarchtypische Geräuschkulisse während der Nacht ist in vielen Fällen nicht nur lästig, sondern kann auch zu ganz konkreten Beschwerden führen – einerseits für den Schnarcher selbst, andererseits auch für den Bettpartner. Eine Studie der British Lung Foundation sprach mit Bettpartnern von Schnarchenden . Das Ergebnis in Stichworten: Schnarchen Bettpartner schlaflos! Oder in Zahlen ausgedrückt fühlten sich 41% der Frauen von den nächtlichen Geräuschen des Partners stark gestört. Bei den Männern waren es dagegen nur 24%. Das mag zum Einen daran liegen, dass Frauen leiser schnarchen oder aber zum Anderen daran, dass Männer generell einen tieferen Schlaf haben.

Fakt ist: Rund 70% aller Betroffenen verlieren durch das Schnarchen ihres Partners pro Nacht mindestens zwei Stunden Schlaf.

Dabei ist erholsamer Schlaf extrem wichtig: Zu wenig davon kann zu Abgeschlagenheit, Tagesschläfrigkeit und Konzentrationsschwäche sowie morgendlichen Kopfschmerzen und psychischen Problemen führen. Wer wegen des Schnarchens zu wenig Schlaf bekommt, ist aber nicht nur genervt und übermüdet. Schlafmangel kann auch herzkrank machen. Wer höchstens fünf Stunden am Tag schläft, der hat ein 2,2-fach erhöhtes Krankheitsrisiko. Forscher sagen, es sei möglich, dass zu wenig Schlaf zu einer Störung des Zuckerstoffwechsels führt und den Blutdruck erhöht. Das wiederum sind “gute Voraussetzungen” für die Entstehung von Gefäßerkrankungen. Der genaue Mechanismus ist aber noch nicht vollständig aufgeklärt.

Die beschriebenen Probleme mit zu wenig Schlaf betreffen natürlich nicht nur den Bettpartner, sondern auch den Schnarcher selbst, der von seinem eigenen Schnarchen aufwacht – sei es durch die laute Geräuschkulisse, den genervten Bettpartner oder aber unbewusst durch Atemaussetzer.


Schlaganfall – nein Danke!

Einfaches Schnarchen steht jüngeren Studien zufolge aber auch in noch üblerem Verdacht. Nämlich, dass Schnarchen Schlaganfall Risiken erhöhen könnte. Ein Schlaganfall entsteht durch Durchblutungsstörungen des Gehirns. Ursache dafür ist in den meisten Fällen eine zunehmende Ver­änderung der Blutgefäße; beispielsweise durch Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen, das Gehirn ist unterversorgt und setzt aus.

Die Henry Ford Klinik in Detroit untersuchte im Jahr 2013 die Halsschlagadern von primären Schnarchern und konnte dort Veränderungen feststellen, die einen Schlaganfall beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Dass bzw. wie Schnarchen Schlaganfall mitverursachen kann oder auch nur das Risiko seines Auftretens erhöhen könnte, ist jedoch durch diese Studie alleine noch nicht ausreichend belegt. Die weiteren dazu angestoßenen Studien sollten mehr Klärung bringen. Allerdings liegen die Ergebnisse noch nicht vor.

Was genau in Ihren Atemwegen falsch läuft, können Sie auch einfach mit Hilfe des Schnarchtyp-Tests herausfinden.

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

Veröffentlicht am

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