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Welche Schlafstörungen gibt es? – Was kann man dagegen tun?

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am Mai 19, 2020

Schlecht einschlafen, nicht durchschlafen, nachts aufwachen, am Tage immer wieder wegdösen – Schlafprobleme haben zahlreiche Gesichter und mindestens genauso viele Ursachen. Erforscht werden sie von der Somnologie bzw. der Schlafmedizin, einem eigenen Fachgebiet, das sich nur mit dem Schlafen auseinandersetzt. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Formen von nicht erholsamen Schlaf (von Schlaflosigkeit über Schlafsucht bis hin zu Schlafapnoe) und sagen Ihnen, was man für erholsameren Schlaf tun kann.


Schlafstörung – Eine Volkskrankheit jeden Alters

Schlafstörungen gelten heute fast schon als Volkskrankheit. Dem Schlafmagazin zufolge leiden rund 4,8 Millionen aller Deutschen unter Ein- und Durchschlafstörungen, zwei bis drei Millionen unter einer schlafbezogenen Atemstörung und ein bis zwei Millionen unter einem Restless Legs-Syndrom (RLS), der Krankheit der unruhigen Beine. Über eine Million Bundesbürger seien abhängig von Schlafmitteln.

Auch im Kindes- und Jugendalter werden Schlafstörungen immer häufiger. Schuld sind vor allem Smartphones. Eine ältere Studie aus dem Jahr 2003 hatte noch ergeben, dass 10 Prozent aller Jugendlichen nachts mehrfach pro Woche durch Textmitteilungen geweckt werden. Durch die zwischenzeitlich stark gestiegene Smartphone-Nutzung von Jugendlichen (170 Minuten durchschnittlich pro Tag) haben sich Schlafstörungen bei Jugendlichen sehr stark verbreitet. Eltern sollten hellhörig werden: Wer schon als Kind dauerhaft unter schweren Schlafproblemen leidet, hat ein um das Zweieinhalbfache erhöhtes Risiko, als Jugendlicher eine psychische Störung zu entwickeln.

Schlafstörungen führen bei Kindern häufig zu hyperaktivem oder auffälligem Verhalten. Bei Erwachsenen ist das ganz anders: Schlafstörungen äußern sich bei ihnen dadurch, dass sie sich tagsüber meist schläfrig fühlen und weniger aktiv sind.

Aber auch bei Senioren sind Schlafstörungen an der Tagesordnung. Ursachenforschung ist hier etwas schwieriger, weil oft viele Beschwerdebilder zusammenspielen. Es wundert daher nicht, dass alte Menschen oft unter Tagesschläfrigkeit leiden. Immerhin 10 Prozent aller Senioren fühlen sich am Tag so müde, dass es sie in ihren Alltagsaktivitäten beeinträchtigt.


Arten von Schlafstörungen

Schlaflosigkeit

Schlaflosigkeit  wird auch als Insomnie bezeichnet. Ist ist vor allem charakterisiert durch Ein- und Durchschlafstörungen sowie ein morgendliches Erwachen vor dem Weckerklingeln. Alle diese Symptome deuten auf eine wichtige Erkenntnis hin: Der Organismus erhält zu wenig Schlaf.

Ursachen hierfür können verschiedenste Erkrankungen sein. Das zentrale Nervensystem kann genauso eine Rolle spielen wie der Hormonhaushalt. Auch häufiges nächtliches Wasserlassen oder exzessiver Kaffee-, Alkohol- oder Drogenkonsum können für Schlaflosigkeit verantwortlich sein. Häufig ist jedoch auch psychischer Stress die Ursache für Insomnie. Das kommt vor allem bei Depressionen vor. In vielen Fällen wird allerdings gar kein Grund für die Schlaflosigkeit gefunden. Man spricht dann von primärer Insomnie.

Schlafsucht

Schlafsucht wird auch Hypersomnie genannt. Sie ist das genaue Gegenteil der Schlaflosigkeit. Hypersomnie bezeichnet ein erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf. Dies liegt in der Regel daran, dass die Person nicht genügend Erholung während der Schlafphasen erhält und deshalb einfach mehr davon benötigt. Die Ursachen sind vielseitig und können von organischen und nicht-organischen Ursachen bis hin zu Missbrauch von Schlafmitteln oder anderen Medikamenten reichen.

Narkolepsie

Die Extremform der Hypersomnie ist die sogenannte Narkolepsie. Diese Schlafstörung hat ihre Ursache im Gehirn und umfasst eine exzessive Tagesschläfrigkeit, die trotz ausreichender Schlafdauer so stark ist, dass die Betroffenen unter unwiderstehlichen Einschlafattacken leiden. Das heißt, Narkoleptiker schlafen mitunter an öffentlichen Orten oder bei der Arbeit ein, ohne etwas dagegen tun zu können. Zusätzlich kann es zu vorübergehendem kompletten Spannungsverlust der Muskulatur sowie Halluzinationen kommen.

Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

Unser Organismus besitzt eine innere Uhr, die sich tagsüber hauptsächlich am Licht orientiert. Probleme mit dem biologischen Rhythmus  kennt jeder, der Zeitverschiebungen erlebt – sei es die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit oder ein Flug ins weit entfernte Urlaubsland. Bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus weicht der Wechsel zwischen Schlaf- und Wachperioden des Betroffenen von der als “normal” angesehenen Tagesrhythmik ab. Die Folge sind Schlaflosigkeit während der Nacht und Hypersomnie am Tage. Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen und Verdauungsproblemen können ebenfalls auftreten. Die Gründe für eine Störung der inneren Uhr sind häufig psychischer Natur, aber auch bei Schicht- und Tagebau-Arbeitern ist dieses Phänomen zu beobachten.

Schlafapnoe

Bei den schlafbezogenen Atmungsstörungen ist vor allem die obstruktive Schlafapnoe zu nennen. Hierbei kommt es durch einen Kollaps der oberen Atemwege im Bereich des Mundrachens zum Erliegen des Atemstroms während des Schlafes und somit zu Atemaussetzern und starkem Schnarchen.

Sonderformen

Eine Sonderform der Schlafstörungen stellen die sogenannten Parasomnien dar. Dabei handelt es sich um Episoden, in denen während des Schlafes unbewusst ungewollte oder unangemessene Verhaltensweisen ausgeführt werden. Dabei ist der Schlafprozess oft nicht mehr erholsam und wird mitunter sogar unterbrochen. Zu den Parasomnien zählen:

  • Schlafwandeln
  • Pavor nocturnus (auch Nachtschreck)
  • Betroffen sind vor allem Kinder (selten Erwachsene), die zu Beginn der Nacht mit lautem Schrei und Wimmern aus dem Tiefschlaf hochschrecken.
  • Sprechen im Schlaf
  • Alpträume (Angstträume)
  • Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Enuresis nocturna (nächtliches Einnässen)
  • Primäres Schnarchen
  • Nächtliche Wadenkrämpfe

Negativfolgen von gestörtem Schlaf

Erholsamer Schlaf ist unabdingbar für den menschlichen Organismus. Wer nicht gut schläft, leidet unter einer Reihe von Symptomen.

Ungenügender Schlaf ist ein Hindernis für die körperliche und geistige Produktivität während des Tages. Die gesundheitlichen Beschwerden erstrecken sich von Herz-Kreislauf-Problemen bis hin zu Diabetes Typ 2 und Adipositas. Bei mangelndem und gestörtem Schlaf wird als Folge das Stresshormon Cortisol im Übermaß ausgeschüttet und führt zu negativen Reaktionen im Körper. Dazu gehören eine abgeschwächte Reaktionsgeschwindigkeit sowie unkontrolliertes emotionales Handeln und Angespanntheit.

Die sogenannte Tagesschläfrigkeit ist charakterisiert durch eine Verminderung der Aktivität des zentralen Nervensystems und einem starken Einschlafdrang. Betroffene fühlen sich matt, schlapp und abgeschlagen. In eintönigen Situationen – wie beispielsweise beim Autofahren – kann es zu Sekundenschlaf kommen. Auch am Arbeitsplatz machen sich die negativen Konsequenzen von gestörtem Schlaf bemerkbar: Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit und erschwertes Denkvermögen können zu Flüchtigkeitsfehlern und im schlimmsten Fall sogar zu Unfällen führen.

Auch körperliche Beschwerden, wie Kopfschmerzen, nächtliches Schwitzen und Zähneknirschen, müde Augen und Muskelverspannung bis hin zu starken muskulären Schmerzen treten nicht selten aus.

All das sind Warnsignale des Körpers als Reaktion auf nicht erholsamen Schlaf und sollten nicht ignoriert werden. Wenn Schlaf auf Dauer nicht die benötigte Regeneration für den Körper bereitstellen kann, können Bluthochdruck, Herz- und Kreislaufbeschwerden, ein geschwächtes Immunsystem und Störungen des Magen- Darm-Trakts ein Resultat sein.

Medical Peer Review durch Dr. med. dent. Christine Will, Zahnärztin in der anerkannten Nürnberger Praxis für Implantologie und Zahngesundheit alius. Zu ihrem Behandlungsspektrum gehört insbesondere die Schnarchtherapie.

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

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