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Warum schnarcht man? Ursachen für Schnarchen einfach erklärt!

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am August 3, 2020

Schnarchen genau zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Der allgemeine Begriff “Schnarchen” ist jedenfalls weder medizinisch noch naturwissenschaftlich besetzt, sondern eher ein alltagssprachlicher Sammelbegriff für alle Rassel- und Grunzgeräusche im Schlaf, die mit der Atmung zu tun haben. “Warum schnarcht man” interessiert die Medizin erst dann, wenn das Schnarchen Nebeneffekt anderer Erkrankungen ist, sog. schlafbezogener Atmungsstörungen. Wir wollen hier aber für alle Betroffenen erklären, welche Ursachen Schnarchen hat und warum Schnarchgeräusche enstehen und so zu mehr Klarheit bezüglich dieses lästigen Phänomens beitragen.


Bloß lautes Atmen oder schon Schnarchen?

Jedes Kind weiß schon von klein auf, wie sich Schnarchen anhört. Wenn Kinder eine Schlafsituation darstellen wollen, machen sie schnell das typische, laut knatternde Schnarchgeräusch nach – und zwar so, dass sich nur so die Balken biegen.

Was für die Kleinen völlig klar ist, ist in der Medizin allerdings schon nicht mehr so eindeutig. Die bis heute ungeklärte Hauptfrage lautet nämlich: Wann atmet ein Mensch im Schlaf einfach nur laut und wann schnarcht er? Das Problem kennen viele von uns – und zwar wenn sie erkältet sind. Dann kann die Nase schon mal leicht verstopft sein – und schon klappt es mit der ruhigen Atmung nicht mehr so gut. Mal pfeift es leicht, mal knattert es, mal blubbert es sogar. Aber ist das schon Schnarchen? Die richtige Antwort lautet: vielleicht! Die Medizin gibt hierauf jedenfalls keine eindeutige Antwort ,solange es sich nicht um krankhaftes Schnarchen handelt. Deshalb gibt es auch bis heute keine Richtlinien oder Ähnliches, die Schnarchen beispielsweise an einer gewissen Lärmschwelle (dB) festmachen würden.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hat in ihren ICD-10 Richtlinien aber zumindest eine “Negativdefinition” für einfaches Schnarchen vorgenommen. Vereinfacht gesprochen ist Schnarchen all das, was nach Herausfiltern von schlafbezogenen Atmungsstörungen übrig bleibt.

Primäres oder habituelles Schnarchen ist durch im Schlaf auftretende Atemgeräusche definiert, die nahezu jede Nacht bestehen, jedoch keine Störung der Kreislaufregulation oder des arteriellen Sauerstoffgehaltes verursachen und ohne eine Erhöhung der Zahl der Weckreaktionen im EEG einhergehen (ICD-10: R06.5)


Krankhaftes Schnarchen oder “rein akustisch störendes” Schnarchen?

Die Medizin jedenfalls schaut nicht vorrangig auf die Stärke der Schnarchgeräusche, sondern auf die Schnarchen Ursachen. Sind die Schnarchgeräusche die Folge einer schlafbezogenen Atemstörung, dann wird es für die Mediziner interessant! Sie schauen sich an, was dem Schnarchgeräusch zugrunde liegt und ob diese Ursache einen eigenständigen Krankheitswert hat. Diese Sonderformen von Schnarchen sind medizinisch definiert.

Entsteht das Schnarchgeräusch etwa, weil die Atemwege im hinteren Rachenbereich zusammenfallen oder verlegt sind und der Schnarcher als Folge Atemaussetzer erleidet, dann liegt darin eine solche schlafbezogene Atemstörung. Die Medizin hat diese besondere Form des Schnarchens als obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) näher definiert. Ähnlich verhält es sich mit dem Widerstandssyndrom der oberen Atemwege (UARS). Diese Schnarchformen mit eigenem Krankheitswert sind allerdings verhältnismäßig selten.

In den meisten Fällen gehen die Schnarchgeräusche beim Atmen im Schlaf nicht mit einer Atemstörung einher. Diesen nicht krankhaften Bereich des Schnarchens definiert die Medizin nicht näher, sondern bezeichnet sie ganz allgemein als “primäres Schnarchen” oder als “habituelles Schnarchen”. Man könnte es vereinfacht so ausdrücken: primäres Schnarchen ist jedes Vibrationsgeräusch in den oberen Atemwegen, das zu keiner Atemstörung während des Schlafs führt. Oder noch simpler: primäres Schnarchen ist alles, was übrig bleibt, wenn man die “schlimmen” Formen des Schnarchens abzieht.

Diese “einfache” Form betrifft die Mehrheit der Schnarcher, ist aber auch nicht ganz so trivial, wie es erstmal klingen mag. Schnarchen bedeutet schließlich immer ein gestörtes Atem- und Schlafverhalten. Außerdem können damit Beschwerdebilder wie Mundtrockenheit und damit sogar Schäden an den Zähnen einhergehen. Schließlich steht sogar der (bisher allerdings nicht belastbar bestätigte) Verdacht im Raum, dass starkes, einfaches Schnarchen ein Risikofaktor für Schlaganfall sein könnte.

Einfaches Schnarchen hat viele Namen – mal heißt es primäres Schnarchen, mal habituelles Schnarchen; aber auch Begriffe wie gutartiges Schnarchen, benignes Schnarchen,kontinuierliches Schnarchen, rhythmisches Schnarchen, nicht-apnoeisches Schnarchen oder auch ungefährliches Schnarchen finden sich dafür.


Allgemeine Ursachen für Schnarchen

Aber warum schnarcht man nun? Was genau passiert beim Schnarchen im Körper? Das kann man leider nicht auf eine allgemeingültige Formel bringen, denn die Geräuschentwicklung in den Atemwegen kann an unterschiedlichen Stellen im Mund-, Nasen oder Rachenraum auftreten. Deshalb gibt es auch nicht das eine Schnarchen und eben auch nicht nur eine Ursache, sondern verschiedene Schnarchtypen.

Alle Schnarchformen lassen sich aber in letzter Konsequenz auf zwei große Schnarchen Ursachen zurückführen: Gewebeschwäche und Unterdruckbildung in den Atemwegen.

Erschlafftes Gewebe in den Atemwegen

Erschlafftes Gewebe nervt nicht nur an Bauch, Beinen und Po sondern auch in Mund- und Rachenraum! Fehlt es dem Gewebe in und um die Atemwege an Festigkeit und Straffheit, so begünstigt das das Schnarchen. Menschen mit einer generellen Gewebeschwäche schnarchen deswegen meist häufiger.

Wenn der Mensch wach ist, steht der komplette Rachenbereich unter muskulärer Spannung und ist weit geöffnet. Im Schlaf entspannt sich das Gewebe jedoch und erschlafft. Es ist sogar möglich, dass der Rachenbereich während der Tiefschlafphase komplett in sich zusammenfällt. In diesem Fall kommen die Rachenwände aufeinander zum Liegen.

Die Atemluft aber, die durch die Nase in den Rachen strömt, versetzt das schlaffe Gewebe auf ihrem Weg in Bewegung und in Vibration. So entsteht die lästigen Schnarchgeräusche. Man kann sich das bildlich wie einen wehenden Vorhang vor einem offenen Fenster vorstellen.


Unterdruckbildung in den Atemwegen

Bei jedem Einatmen erzeugt die Lunge einen leichten Unterdruck in den Atemwegen. Das ist völlig natürlich und für die Atmung notwendig. Dieser Unterdruck hat zur Folge, dass sich die Atemwege bei jedem Einatmen leicht zusammenziehen.

Ist das Gewebe in Mund- und Rachenraum entspannt – also erschlafft wie im Schlaf – wird es durch den Unterdruck-Luftstrom zusammengezogen und verengt die Atemwege. An den Engstellen kommt es zu Turbulenzen (Luftverwirbelungen) und damit zu Vibrationen. Diese Vibrationen werden als schnarchtypisches Geräusch hörbar.

Der Unterdruck in den Atemwegen kann durch Engstellen im Nasenbereich weiter verstärkt werden; diese Engstellen können durch Polypen oder vergrößerte Nasenmuscheln oder auch durch Schiefstellungen der Nasenscheidewand (Septumdeviation) verursacht werden. Deshalb ist eine freie Nasenatmung eine wichtige Grundvoraussetzung für einen schnarchfreien Schlaf.

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

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