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Eine Operation gegen das Schnarchen – eine andere Hilfe gegen Schnarchen

Dr. Jan Wrede

Letztes Update am Mai 18, 2020

Der Kampf gegen das Schnarchen mündet oft in Frust und Verzweiflung – was tun bei Schnarchen? Wenn einfache Schnarchstopper nicht helfen, erwägen Betroffene oft eine Operation als letzte Lösung. Eine Operation gegen Schnarchen kann sinnvoll sein, sollte aber gut überlegt sein. Wir stellen Ihnen vor, wann ein chirurgischer Eingriff eine effektive Hilfe gegen Schnarchen sein kann und welche unterschiedlichen Methoden es gibt. Zudem zeigen wir Ihnen, zu welchen Eingriffen es Alternativen gibt. Denn nicht jedem fällt es leicht, sich für das Problem Schnarchen unter das Messer zu legen.


Chirurgische Eingriffe werden gleichermaßen bei Schlafapnoe-Patienten und bei primären Schnarchern durchgeführt. Da primäres Schnarchen allerdings aus medizinischer Sicht keinen Krankheitswert hat, müssen Sie als “einfacher Schnarcher” in der Regel die Kosten der Operation selbst tragen. Anders sieht die Situation bei krankhaftem, apnoeischen Schnarchen aus. Ist die Operation medizinisch angezeigt, wird sie auch von den Krankenkassen übernommen.

Eine pauschale Aussage darüber, ob eine Operation gegen Schnarchen sinnvoll ist, lässt sich nicht treffen. Das hängt vielmehr von der Situation im Einzelfall ab. Bedenken sollte man aber, dass eine Schnarch-Operation – wie jeder chirurgische Eingriff – gewisse gesundheitliche Risiken mit sich bringt. In den Fällen, in denen Gewebe operativ gestrafft wird, besteht zudem das Risiko, dass der Straffungseffekt mit der Zeit wieder nachlässt und man erneut zu schnarchen beginnt. Ganz besondere Zurückhaltung empfiehlt sich bei übergewichtigen Patienten, denn der Erfolg der Schnarch-Operation ist umso geringer, je höher der Body-Mass-Index (BMI) ist. Zudem haben Übergewichtige auch ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Anästhesie oder auch bei der Wundheilung.

So verwundert es nicht, dass viele Schnarcher sich gegen eine Operation entscheiden und lieber nach einer anderen Hilfe gegen Schnarchen suchen. Die Medizintechnik hat hier in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und so gibt es heute für jeden Schnarchtyp gut ausgereifte Lösungen gegen Schnarchen, die sich durch hohen Tragekomfort auszeichnen. Dazu zählen Anti-Schnarchschienen, Produkte der Lagerungstherapie, aber auch Mundstücke und Nasenspreizer.

Wer sich hingegen für einen chirurgischen Eingriff gegen Schnarchen entscheidet, für den gibt es ebenfalls eine Reihe von unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten. Ein erfahrener Arzt wird die am Besten geeignete Operationsmethode für Sie aussuchen. Sie kann danach variieren, wo der Eingriff vorgenommen werden muss: im Bereich der Nase, im Gaumenbereich oder im Bereich der Zunge bzw. des Zungengrundes.


Nasenchirurgie

Ein operativer Eingriff an der Nase – man spricht hier von “Rhinochirurgie” – ist eine mögliche Therapiemaßnahme für Nasenschnarcher.

Das Schnarchen entsteht also, wenn die Nasenatmung nicht optimal funktioniert. Das kann der Fall sein, wenn der Atemluftstrom aufgrund von Engstellen oder Verwachsungen in der Nase eingeschränkt ist. Je nach individueller Anatomie kann dann zum Beispiel eine Nasenscheidewandkorrektur, eine Nasenkorrektur, eine Verkleinerung der Nasenmuscheln oder eine Polypenabtragung sinnvoll sein. Ist die Nasenatmung hingegen beeinträchtigt, weil die Nasenflügel instabil sind oder beim Einatmen leicht einfallen oder kollabieren, besteht der chirurgische Eingriff in der Regel darin, die Nasenflügel mit Knorpelimplantaten zu stabilisieren.

Ein Kollaps der Nasenflügel lässt sich jedoch auch ohne Operation beheben. Setzen Sie dazu nachts Nasenspreizer (auch: Nasendilatatoren) in die Nase ein. Dort weiten sie von innen sanft die Nasenflügel, sodass ein Kollabieren unmöglich ist.


Chirurgie am weichen Gaumen

Das Ziel einer Operation am weichen Gaumen besteht entweder darin, überschüssige Rachenschleimhaut zu entfernen oder das Gaumengewebe mechanisch zu versteifen. Letztere Methode wird vor allem bei velarem Schnarchen angewendet – also bei Schnarchen, das durch das Gaumensegel ausgelöst wird. Das Gewebe soll so vom Schwingen abgehalten werden, denn das verursacht die lästigen Geräusche.

Wichtig bei diesem Eingriff ist, dass möglichst schonend gearbeitet wird, denn sonst wird die Gaumenmuskulatur verletzt. Störungen beim Schlucken und Sprechen können die Folge dieser Schnarchen Operation sein.


UPPP

Der Klassiker der Gaumenchirurgie ist die Uvulopalatopharyngoplastik (kurz: UPPP). Bei diesem operativen Eingriff wird die Muskulatur bzw. die Schleimhaut des hinteren Gaumenbogens eingeschnitten, gerafft und so wieder vernäht, dass das Gaumensegel stärker aufgespannt und ggfs. vorverlagert wird. Ist das Gaumen-Zäpfchen (Uvula) vergrößert, wird es im Rahmen der UPPP ebenfalls gekürzt. Sind die Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) bei dem Patienten noch vorhanden, werden sie bei dieser Operation im Regelfall auch entfernt.

Ziel dieser Schnarchen OP ist es, das Gewebe im Gaumenbereich maximal zu straffen, sodass der Patient möglichst widerstandsfrei atmen kann. Das geschieht entweder dadurch, dass man den Abstand zwischen dem weichen Gaumen und der Rückenwand des Rachens vergrößert. Oder dadurch, dass man das Gaumensegel bzw. das Gewebe um das Gaumenzäpfchen so stark strafft, dass es durch den Atemluftstrom nicht mehr in Vibration versetzt werden kann (oftmals untechnisch als “Gaumensegel OP” bezeichnet).

Früher wurde nicht nur Schleimhaut, sondern auch Muskelgewebe abgetragen, was zu Schluckschwierigkeiten, Würgen und Husten führte. Heute werden bei der Operation in der Regel nur Schleimhautüberschüsse am Gaumenbogen entfernt, die zu Engpässen in den Atemwegen führen.

Die Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP) wird bei der Therapie von obstruktiver Schlafapnoe (OSAS) dann erfolgreich eingesetzt, wenn gerade der geringe Abstand zwischen Rachenrückenwand und weichem Gaumen die Atemaussetzer auslöst. Für diesen Fall wird die Schlafapnoe Operation mit dieser Methode von der Deutschen Gesellschaft für HNO-Kunde in ihren Leitlinien zu spezifischen Therapien bei OSAS empfohlen. Die kurzfristige postoperative Erfolgsrate liegt bei ca. 50 bis 60%. Allerdings lässt die Wirksamkeit mit der Zeit nach, da das Gewebe nachschlafft. Langfristig liegt die Erfolgsrate etwa bei 40 bis 50%.

Auch in Fällen von primärem, nicht krankhaftem Schnarchen kann die UPPP zu guten Ergebnissen führen – wenn velares Schnarchen der Auslöser der Geräusche ist. Doch auch hier gilt: Das Gewebe im Gaumenbogen schlafft in aller Regel über die Zeit nach – mit der Folge, dass das Schnarchen wiederkommen kann. Zudem gibt es heute modernere, weniger einschneidende Methoden, sodass diese “Radikal-Operation” auf dem Rückzug ist.

Wer unter einem schlaffen Gaumensegel leidet, sich aber lieber nicht “unter das Messer legen” möchte, kann in einem Anti-Schnarch Mundstück eine Alternative finden. Es blockiert die Mundatmung und verhindert damit, dass Atemluft das Gaumensegel in Vibration versetzt.


Uvula-Flap

Beim sogenannten Uvula-Flap klappt man das Gaumenzäpfchen hoch und näht es am Gaumen fest.

Das Ziel dieses Eingriffs besteht darin, das Zäpfchen als Schnarchursache auszuschalten. Ist es festgenäht, kann es nicht mehr durch den Atemluftstrom in Vibration versetzt werden. Die Geräuschquelle für das Schnarchen ist damit beseitigt.

Die Operation eignet sich für velare Schnarcher, das heißt habituelle Schnarcher, bei denen die Vibrationen im Bereich des Gaumensegels und Gaumenzäpfchens entstehen.

Der Eingriff ist verhältnismäßig wenig einschneidend. Allerdings beklagen Patienten, dass sie durch das Fehlen des Gaumenzäpfchens unter Schluck- und Sprechbeschwerden leiden. Ein flatterndes Gaumenzäpfchen lässt sich auch mit Hilfe eines Mundstücks in den Griff bekommen. Hier kann eine Atembarriere Abhilfe schaffen, die nachts getragen wird und die Atmung durch den Mund verhindert.


LAUP

Bei der Laser-assistierten Uvulopalatoplastik (kurz: LAUP) wird statt des Skalpells ein Laser eingesetzt. Der Laser schneidet und verschließt die Wundränder in einem einzigen Arbeitsgang. Daher ist diese Methode operativ sehr schonend. Mit dieser Operation wird – wie auch bei der UPPP – überschüssiges Gewebe am weichen Gaumen entfernt. Entweder entfernt man das Gaumenzäpfchen und das umliegende Schleimhautgewebe, oder die Gaumenbögen werden unter Erhalt des Gaumenzäpfchens deutlich vergrößert.

Doch was tun bei Schnarchen, wenn eine obstruktive Schlafapnoe (OSAS) vorliegt? Dann die Schlafapnoe Operation mit dieser Methode als Hilfe gegen Schnarchen nicht empfohlen. Zum einen wegen der eher geringen Erfolgsquote (zwischen 20 bis 30%) und zum anderen wegen der unkontrollierten Narbenbildung, die die Schlafapnoen sogar noch verstärken kann. Detaillierte Informationen zu LAUP bei OSAS finden Sie in der Dissertation zum Thema LAUP an der Charité Berlin von 2013.

Für die Behandlung von einfachem, velarem Schnarchen kann die laser-assistierte Uvulopalatoplastik (LAUP) durchaus geeignet sein. Die durchschnittliche Erfolgsrate der laser-assistierten Uvulopalatoplastik (LAUP) wird mit ca. 50% angegeben. Da das Gaumengewebe mit der Zeit aber wieder nachschlafft, dürfte die langfristige Erfolgsrate etwas geringer ausfallen.

Zudem sind die Nebenwirkungen zu beachten, die der Eingriff mit sich bringen kann. So klagen Patienten beispielsweise über postoperative Halsschmerzen, Mundtrockenheit, ein Fremdkörpergefühl durch Narbenbildung sowie Sprachveränderungen hin zu nasalem Klang. Eine Operation am Gaumen ist nichts für Sie? Dann könnte für Sie zum Verhindern der Mundatmung eine Mundvorhofplatte interessant sein. Sie wird nachts in den Mund eingesetzt und verhindert das Öffnen des Mundes und damit auch das Atmen durch den Mund.


Radiofrequenztherapie

Die Radiofrequenztherapie ist ein Eingriff, der ohne Skalpell und Laser auskommt. Stattdessen wird mit einer kleinen Sonde ein elektrischer Stromimpuls in das Gaumengewebe gegeben. Das Gewebe an der Einstichstelle erhitzt sich dadurch und koaguliert (= verschmort). Es bildet sich eine künstliche Narbe, die dazu führt, dass sich das Gewebe im weichen Gaumen zusammenzieht und dadurch strafft und strukturell verhärtet. Die Radiofrequenztherapie ist verhältnismäßig wenig invasiv und geht mit geringen Schmerzen einher.

Das Ziel der Radiofrequenztherapie ist es, den weichen Gaumen durch ein Schrumpfen des Gewebes zu straffen und zu verhindern, dass er durch den Atemluftstrom in Vibration versetzt werden kann.

Vorteil der Radiofrequenztherapie gegenüber der UPPP ist die Möglichkeit, die Therapie ambulant durchführen zu können. Außerdem kommt es seltener zu Nebenwirkungen und die Schmerzen werden als geringer eingestuft. Der Nachteil dieser Therapie ist, dass bei einem über die Zeit wieder auftretenden Nach-Erschlaffen des Gaumengewebes eine erneute Therapie erschwert wird. Das Gaumengewebe ist nämlich bereits vernarbt und lässt sich nur noch eingeschränkt weiter “bearbeiten”.

Für die Behandlung von Obstruktiver Schlafapnoe ist die Radiofrequenztherapie keine bevorzugte Therapieoption – nachzulesen in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für HNO-Kunde zu HNO-spezifischen Therapien bei OSAS.

Sind Sie auf der Suche nach einer Alternative zur operativen Radiofrequenztherapie? Dann könnte eine Anti-Schnarchspange für Sie interessant sein. Sie stabilisiert den Gaumenbogen durch eine kleine Schlinge. Die Anti-Schnarchspange kann dabei ganz einfach vor dem Schlafengehen in den Mund eingesetzt werden.


RF-UPP

Die RF-UPP ist eine OP gegen Schnarchen, bei der die Laser-assistierter Uvulopalatoplastik (LAUP) mit der Radiofrequenztherapie kombiniert wird. Mit Hilfe einer Radiofrequenz-Sonde wird der Weichgaumen versteift (siehe Erklärung zur Radiofrequenztherapie). Zugleich entfernt man mit dem Laser das überschüssige Gewebe an den Gaumenbögen und am Gaumenzäpfchen (siehe Laser-assistierte Uvulopalatoplastik LAUP).


Weichgaumenimplantate

Die bisher beschriebenen Methoden zielen darauf ab, Gewebe aus dem Gaumen- und Rachenraum zu entfernen bzw. zu straffen. Das Einsetzen von Weichgaumenimplantaten dient hingegen dazu, die bestehende Struktur des Gaumens strukturell zu stärken, das heißt, durch das Einsetzen von Kunststoffstäbchen zu stabilisieren und so eine Hilfe gegen Schnarchen zu bieten.

Die Weichgaumenimplantate aus Polyester werden über kleine Schnitte in das Gewebe eingebracht und führen zu einer mechanischen Verstärkung des Gaumens. Sie stellen ein Operationsverfahren mit geringen Komplikationen dar. Teilweise berichteten Patienten von einem minimalen, vorübergehenden Fremdkörpergefühl oder Störungen beim Schlucken oder Sprechen. Es ist möglich, dass die Implantate abgestoßen werden. Diese Komplikation kommt jedoch äußerst selten vor.

Voraussetzung für diese OP gegen Schnarchen ist, dass genug Gewebe über der Gaumenmuskulatur vorhanden ist, damit die Implantate hineinpassen. Das ist nicht bei jedem Gaumen der Fall. Nähere Informationen zu dieser Therapie finden sich auf Youtube und auf den Seiten des Herstellers Pillar Procedure .

Liegen die Voraussetzungen für ein Weichgaumenimplantat bei Ihnen nicht vor oder scheuen Sie den chirurgischen Eingriff, so sollten Sie sich eine alternative Hilfe gegen Schnarchen ansehen. Zum Einen können Sie das Gewebe trainieren und so dem Erschlaffen vorbeugen. Eine geeignete Hilfe gegen Schnarchen ist dabei der Dragon Pearl oder der FaceFormer. Sie gelten als effektive Trainingsgeräte im Kampf gegen das Schnarchen. Die sorgen – wie eine OP – dafür, dass Sie ohne dauerhafte Hilfsmittel zu ruhigen Nächten kommen.

Andererseits können Sie auch mit einem Mundstück verhindern, dass sich der weiche Gaumen überhaupt in Schwingung versetzt.


Zungenchirurgie

Zungenchirurgie als Hilfe gegen Schnarchen kommt dann in Frage, wenn die Zunge (bzw. der hintere Teil der Zunge) sehr voluminös ist und deshalb entweder die Atemwege im Rachenbereich verengt oder im Mundraum besonders hoch steht und eine Engstelle am Gaumen verursacht.

Das große Volumen der Zunge kann mehrere Ursachen haben: Zum Einen kann die Zunge tatsächlich kräftiger und größer ausgeprägt sein als normal. Aber auch eine normal große Zunge kann den Rachen einengen, wenn sie im Mundraum einfach zu wenig Platz hat. Das passiert, wenn der Unterkiefer zu klein oder nach hinten verlagert ist. Man spricht hier von Retrognathie oder einem fliehenden Kinn. Es kann aber auch zu einer Vergrößerung des Zungengrundes selbst kommen, wenn die Zungenmandeln, die sich dort befinden (zum Beispiel im Rahmen einer Entzündung) an Größe zunehmen.

Bei chirurgischen Eingriffen an der Zunge wird in erster Linie das Volumen des Zungengrundes verringert bzw. sichergestellt, dass der Zungengrund sich nicht mehr (vollständig) über die Atemwege legen kann.

Ob die Zunge bzw. der Zungengrund Ihre Atmung im Schlaf beeinträchtigt und Sie deshalb schnarchen, lässt sich auch durch einen einfachen Selbsttest herausfinden. Liegt die Ursache für das Schnarchen im Zungengrund, käme als Alternative zum chirurgischen Eingriff eine Unterkieferprotrusionsschiene in Betracht. Sie zieht den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne und verhindert so, dass Ihre Zunge die Atemwege blockiert. Diese Form von Schnarchen tritt überwiegend beim Schlaf in Rückenlage auf (“lageabhängiges Schnarchen”). Deshalb könnten Sie alternativ auch Rückenlageverhinderungs-Produkte in Betracht ziehen. Sie sorgen dafür, dass Sie ausschließlich auf der Seite oder auf dem Bauch schlafen.

Für obstruktive Schlafapnoe (OSA), die durch das Zurücksinken des Zungengrundes (mit-)ausgelöst wird, haben sich in den letzten Jahren weitere Therapiealternativen aufgetan. Zum einen sind Zungen-Schrittmacher (Nervus-Hypoglossus-Stimulatoren) auf den Markt gekommen. Zum anderen gibt es mittlerweile Zungenimplantate, die ein Zurücksinken des Zungengrundes verhindern.


UAS – Zungenschrittmacher

Mit UAS (Upper Airways Stimulation) bezeichnet man eine Stimulationstherapie der oberen Atemwege. Dabei wird operativ ein Zungenschrittmacher im Körper eingesetzt. Er stimuliert durch leichte Elektroimpulse einen Nerv im Halsbereich (N. hypoglossus). Dieser ist für die Muskelaktivität im Zungengrund und am Mundboden zuständig. Durch die elektrischen Impulse wird er erregt und sorgt dafür, dass sich die entsprechenden Muskeln anspannen. Als Folge bleibt die Zunge in ihrer angestammten Position im Unterkieferbogen und rutscht nicht nach hinten in den Rachen. Die Atemwege bleiben offen und es kommt zu keinen Atemaussetzern.

Es gibt aktuell mehrere Anbieter für diese Hilfe gegen Schnarchen. Die Inspire Therapie taktet die Elektroimpulse in Abhängigkeit vom Atemverhalten des Trägers. Das heißt, nur wenn es zu einem Atemaussetzer kommt, wird ein Impuls abgegeben. Dagegen arbeiten die ImThera Therapie und die Nyxoah Therapie mit fixer Impulsfrequenz. Das heißt, sie geben in regelmäßigen Abständen Impulse ab – und zwar unabhängig vom konkreten Atemverhalten.

Einmal implantiert ist die Anwendung der Geräte sehr einfach. Inspire und ImThera arbeiten mit einer externen Fernbedienung (wie bei einem Herzschrittmacher), über die man vor dem Zu-Bett-Gehen den Schrittmacher einschalten und ihn beim Aufstehen wieder ausschalten kann. Nyxoah wird durch Anlegen eines kleinen Pflasters unter dem Kinn aktiviert und durch Entfernen desselben wieder deaktiviert.

Die UAS-Methode wird nur an spezialisierten Kliniken durchgeführt – in Deutschland unter anderem in München und in Mannheim .


Zungenimplantat

Bei der Zungenimplantat-Chirurgie wird in den Zungenmuskel eine Kunststoff-Struktur eingepflanzt. Das Ziel ist es, den Zungengrund zu raffen, das heißt, leicht nach vorne zu ziehen bzw. in vorgelagerter Position zu halten. Im Schlaf soll es dadurch unmöglich sein, dass der Zungengrund die Atemwege verlegt und so Atemaussetzer (Apnoen) auslöst.

Je nach Anbieter können unterschiedliche Materialien eingepflanzt werden. Im Fall des Anbieters Revent Medical werden dazu vier Silikonröhrchen mit Schlingen in den hinteren Teil der Zunge gesetzt. Die Implantate verwachsen im Zungenmuskel und schrumpfen innerhalb weniger Monate. Dadurch ziehen sie das Muskelgewebe zusammen und raffen den hinteren Teil der Zunge. Einen anderen Ansatz verfolgt der Anbieter Medtronic AIRvance Procedure Am Unterkieferknochen im Kinnbereich wird eine Verankerung implantiert, von der aus eine Kunststoffschlinge in den Zungengrundmuskel führt. Die Schlinge wird unter Spannung gesetzt und hält die Zunge in ihrer vorgelagerten Position.

Wem die Vorstellung nicht behagt, ein Implantat in der Zunge zu tragen, für den könnte eine Anti-Schnarchschiene in Frage kommen. Sie versetzt den Unterkiefer leicht unter Spannung und verhindert, dass der Zungengrund im Schlaf zu weit nach hinten in den Rachen sinken und die Atemwege versperren kann. Schnarchen Sie nur, wenn Sie auf dem Rücken liegen, leiden Sie wahrscheinlich unter lageabhängigem Schnarchen. Dann sollten Sie Rückenlageverhinderungs-Produkte in Betracht ziehen, die dafür sorgen, dass Sie auf der Seite oder auf dem Bauch schlafen.


Fazit

Was tun bei Schnarchen? – Ob Sie sich für ruhige Nächte unters Messer legen, bleibt Ihre ganz persönliche Entscheidung. Beachten Sie dennoch Ihren generellen gesundheitlichen Zustand und gehen Sie mit einer realistischen Erwartungshaltung an den Eingriff. Welche Operationstechnik zum Einsatz kommt, hängt vor allem von den individuellen Faktoren des Patienten ab. Dabei spielen vor allem der Ort der Schnarchentstehung, sowie die Anatomie des Schnarchers eine Rolle. Deswegen ist eine gründliche Untersuchung im Vorfeld unersetzlich, denn manche Verfahren eignen sich für manche Schnarcher kaum bis gar nicht.

Bei den meisten der aufgeführten Operationsmethoden besteht zudem das Problem, dass das Gewebe im Rachenbereich nach einer Operation nicht dauerhaft straff bleibt. Es wird schließlich nicht die Ursache der Gewebeschwäche behoben, sondern lediglich erschlaffungsanfälliges Gewebe nachgespannt. So passiert es in vielen Fällen, dass man nach wenigen Jahren (oder bisweilen schon nach Monaten) dasselbe Problem hat wie vor der OP. Man kann diese Entwicklung mit dem Jojo-Effekt einer Diät vergleichen. Oder wie es Dr. Douglas Bradley (Leiter der Sleep Research Laboratories of the University Health Network Toronto Rehabilitation Institute and Toronto General Hospital) ausdrückt: eine Operation ist oft erst einmal wirksam, aber dann kommt das Schnarchen zurück – mit einer anderen Häufigkeit oder anderen Charakteristika. Dann beginnen Sie von vorn nach Ursache und Lösung zu suchen.

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Dr. Jan Wrede

Arzt, Berlin

Jan Wrede arbeitet als Arzt in Berlin. Er hat an der FAU Erlangen-Nürnberg und der Semmelweis-Universität, Budapest, Humanmedizin studiert. Bereits während des Studiums hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, insbesondere zum Thema Schnarchen, verfasst.

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